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Auf einen Blick
Bodelschwingh-Haus
Wolmirstedt Stiftung

Vorstand
Bleicher Weg 1
39326 Wolmirstedt

Fon +49(0) 39201 62-414
Fax +49(0) 39201 62-460

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Aktiv werden gegen soziale Not und Armut

Die Geschichte der organisierten Diakonie begann 1848.
Der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern entwarf beim Wittenberger Kirchentag das Programm der Inneren Mission gegen geistliche und materielle Armut sowie soziale Not. Der "Centralausschuß für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche" wurde gebildet". Danach entstanden Überall in Deutschland Verbände der Inneren Mission mit rechtlich selbstständigen, sozialpädagogischen, fürsorgerischen und pflegerischen Heimen, Anstalten und Einrichtungen.

Diakonische Arbeit gab es jedoch schon lange vor Wichern: Initiativen von Frauen und Männern, die sich dem Auftrag Jesu Christi verpflichtet wussten, prägen die Geschichte der Christenheit. Wichern gab der Bewegung Namen, Ziel und Auftrag. Er entwarf ein Programm gegen soziale Not und gegen Armut im umfassenden Sinn. Seine Vorschläge stützten sich auf seine langjährige Praxis im "Rauhen Haus" in Hamburg, einer Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder, die er gegründet hatte.

Die Geschichte des Bodelschwingh-Hauses in Wolmirstedt begann mit der Gründung der Magdeburger Stadtmission im Jahr 1884 und der Einrichtung eines Magdalenen-Asyls. Bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden erst in England und Irland, kurz darauf auch in Holland sowie in einigen wenigen deutschen Städten, wie eben in Magdeburg, "Magdalenenheime" nach englischen Vorbild für "sittlich gefährdete junge Frauen" oder "gefallene Mädchen", also unverheiratet Schwangere und junge Mütter.

Meilensteine der Geschichte prägen unser Wachsen

  • Das auf Betreiben der Stadtmission am Küchenhorn gebaute und am 19. April 1895 eingeweihte Magdalenenasyl - ein Haus für gefallene Mädchen - Haus Zoar (Zuflucht) ist der Anfang unserer Einrichtung.
  • Im 2. Weltkrieg wird das Haus Zoar als Lazarett genutzt, nach dem Kriegsende als russische Kaserne.
  • Nach der Rückgabe 1947 an die Stadtmission bekommt das Haus 1951 den Namen Bodelschwingh-Haus, nach Pfarrer Bodelschwingh, dem Gründer der von Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel.
  • In dieser Zeit leitet Schwester Frieda Schulze das Heim, sie geht 1975 in den Ruhestand. 1950/51 wird die Arbeit für junge Frauen und Mädchen unter dem Druck staatlicher Stellen aufgegeben und die Arbeit für behinderte Menschen beginnt. Zunächst werden bildungsunfähige Kinder aufgenommen und betreut.
  • 1951 wird das Seminar für den kirchlich-diakonischen Dienst eröffnet, 1954 gründet sich die Schwesternschaft des Bodelschwingh-Hauses. 1966 beginnt die intensive Spastikerbetreuung, 1977 wird die Arbeitstherapie für behinderte Menschen eingerichtet.
  • Die Vereinsgründung des Bodelschwingh-Haus Wolmirstedt am 20. Mai 1991 markiert den Neubeginn und das kontinuierliche Wachsen der Einrichtung.
  • 1993 werden die Werkstatt und das Wohnheim der Lebenshilfe eingegliedert, im Herbst 1994 nimmt das Tageszentrum seinen Betrieb auf, und im Dezember 1994 wird der Grundstein für ein neues Werkstattgebäude gelegt.
  • Das Seminar für Kinderdiakoninnen geht 1992 als Evangelische Fachschule in die Trägerschaft des Diakonischen Werkes der Kirchenprovinz Sachsen über und wird als Fachschule für Sozialpädagogik und Berufsfachschule für Sozialpflege 1999 wieder übernommen.
  • Wohnungen für behinderte Menschen in eigenen Gebäuden und in der Stadt Wolmirstedt entstehen seit 1995.
  • Im August 2000 übernimmt das Bodelschwingh-Haus die Kindertagesstätten in Wolmirstedt (Storchennest) und Elbeu. 2006 Eröffnung des Schulhortes in Barleben.
  • 2007 werden die Einrichtungsbereiche in eigenständige Unternehmen umgewandelt, die das Netzwerk Bodelschwingh-Haus bilden.
  • 2008 Gründung der Bodelschwingh-Haus Wolmirstedt Stiftung.
  • 2009 Eröffnung einer Kindertagesstätte in Barleben

 

Von Gestern bis Heute - eine Chronik erfolgreicher christlicher Arbeit

 

23. 03.1884 - Gründung der "Magdeburger Stadtmission"
1884/85 - Einrichtung eines Magdalenen-Asyls im Dorf Prester
14.02.1894 - die Stadtmission Magdeburg verhandelte mit der Stadt Wolmirstedt über ein Grundstück am Rande der Stadt - das "Küchenhorn", um das Magdalenen-Asyl aus Prester nach Wolmirstedt zu verlegen. Der Wassermangel der Elbe machte die Wäschereiarbeit des Asyls unmöglich.
19.04.1895 - Einweihung des Magdalenen-Asyls "Zoar"(Zuflucht)
1897 - erste Leiterin Diakonisse Ernestine Simon. Das Haus Zoar hat nun 60 Heimplätze.
1910 - Bau des Kapellenhauses
1929 - 1930 - Durchschnittsbelegung verringert sich von 60 auf 43 Plätze
1935 - 1937 - Weggang junger Frauen durch Mündigkeit, Heirat, Entlassung als Haushilfen. Arbeitsmöglichkeiten der Mädchen: Wäscherei, Plätten, Nähen, Garten und Feldarbeit auf umliegenden Bauernhöfen
1939 - die Militärbehörden wollen das Haus als Lazarett nutzen

- Umzug in ein leerstehendes Pfarrhaus nach Farsleben
1947 - Rückgabe der Einrichtung unter der Heimleitung der Diakonisse Frieda Schulze
1948/49 - zusätzlich werden 14tägige Kurmaßnahmen organisiert
1950 - Eröffnung einer Abteilung für bildungsunfähige Kinder
1950/51 - Aufgabe der Arbeit mit jungen Mädchen und Frauen, erzwungen von staatlicher Heimkontrolle und der FDJ-Kreisleitung
1951 - Anfrage der Landesheilanstalt Uchtspringe, bildungsunfähige Kinder aufzunehmen.
17.08.1951 - Umbenennung des Haus "Zoar" in "Bodelschwingh-Haus".

- durch Einweisung steigt die Zahl der "bildungsunfähigen" Kinder auf 106
17.08.1951 - das Seminar für den kirchlich-diakonischen Dienst wird eröffnet
1953 - 1. Examen 29.09.1953
1954 - Gründung der Schwesternschaft
1955 - Ausbau des Dachgeschosses zu Zwei- und Dreibettzimmern für die Schülerinnen des Seminars

- im Heim leben zur gleichen Zeit 130 Kinder und Jugendliche
1964 - in zwei Unterrichtsgruppen werden auf eigene Initiative bildungsunfähige Kinder beschult
1965 - Festliche Einweihung der Orgel (Sauer) und der Glocke
1966 - Beginn der intensiven Betreuung von Spastikern
1967/68 - Bau der Fertighäuser im Gelände für Schwestern
1970 - Fernkurse mit dem Abschluss Kinderdiakonin werden angeboten
1974 - Kauf eines benachbarten Grundstücks für einen Erweiterungsbau mit Fahrstuhl, Therapieräumen und Schwimmbecken;
02.12.1977 - Grundsteinlegung des Erweiterungsbaus
1975 - "die Elternbriefe" (Hilfe für Eltern spastischer Kinder) von Schwester Annelore Neumann entstehen, Grundlage für ihr Buch, "Chancen für mein Kind"
1975 - erstes Examen zur "Heilpädagogischen Kinderdiakonin"

- im Heim wird die Situation immer unerträglicher; die Kinderbetten mussten oft durch doppelstöckige Erwachsenenbetten ersetzt werden
1975 - Schwester Frieda Schulze geht in den Ruhestand und Pfarrer Werner Kluge, als Provinzialpfarrer, übernimmt die Leitung des Heimes, sowie des Seminars für Kinderdiakoninnen
1977 - Beginn der Arbeitstherapie
1983 - Bezug des Neubaus
20.05.1991 - Gründung des Vereins Bodelschwingh-Haus Wolmirstedt e.V.

- Verabschiedung der Satzung des Vereins 19.09.1991
01.10.1991 - das Seminar für Kinderdiakoninnen feiert sein 40-jähriges Jubiläum
12.12.1991 - Eintragung des Vereins Bodelschwingh-Haus Wolmirstedt e.V. in das Vereinsregister
1992 - das Seminar geht in die Trägerschaft des Diakonischen Werkes über, als Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik
1992 - Heimkinder im schulfähigen Alter werden in die Schule für geistig Behinderte aufgenommen
1992 - Schwester Astrid Horn übernimmt die Heimleitung von Schwester Martl Pollak

- im Sommer wird Pfarrer Kluge verabschiedet
01.10.1992 - Diakon Arvid Schaub übernimmt die Geschäftsführung des Bodelschwingh-Hauses
05.12.1992 - die Schwesternschaft gründet einen eigenen Verein: Diakonische Schwesternschaft Wolmirstedt e.V. und zieht nach Barsinghausen
01.07.1993 - Im Sommer Übernahme der Einrichtungen der "Lebenshilfe": Werkstatt für Behinderte und Wohnstätte
Frühjahr 1994 - Bezug von Ein- und Zweibettzimmern wird möglich, durch Umbau
Herbst 1994 - das Tageszentrum nimmt seinen vollen Betrieb auf; alle Erwachsenen, nicht werkstattfähigen Bewohner des Bodelschwingh-Hauses gehen den ganzen Tag einer geregelten Förderung und Beschäftigung nach
10.12.1994 - Grundsteinlegung für den Neubau der Werkstatt für Behinderte
1995 - Beginn des Betreuten Wohnens; Außenwohnungen in der Stadt
10.06.1995 - Jubiläumsfeier 100 Jahre Diakonische Arbeit im Bodelschwingh- Haus
März 1996 - Bezug der neu gebauten Werkstatt für behinderte Menschen in der Angerstraße
1997 - die erste Mitarbeiterzeitung erscheint noch unter dem Namen "Bodelschwingh-Hauspost" - später "Flüstertüte"
01. 01. 1999 - Fachschule für Sozialpädagogik und Berufsfachschule für Sozialpflege wechseln wieder vom Diakonischen Werk d. KPS zum Bodelschwingh-Haus
28. 01. 2000 - Richtfest und Grundsteinlegung des "Quetchen" - Wohnheim für 36 Bewohner. Sie stand unter dem Spruch "Sucht das Gute und nicht das Böse."
Im September wird es von den Bewohnern bezogen.
01. 08. 2000 - die Kindertagesstätte "Storchennest", mit ihrer Außenstelle in Elbeu, wird von der Stadt übernommen und gehört mit zur Einrichtung

- die Außenstelle der WfbM, der Recyclinghof im Handwerkerring, wird in Betrieb genommen
17.-23. 08. 2002 - Evakuierung der gesamten Einrichtung wegen Hochwassergefahr
2002 - Baubeginn der 3 Wohnersatzbauten (Richtfest im Oktober 2003)
20.08.2004 - Einweihung und Bezug der 3 Wohnersatzbauten

- Beginn der Umbauten des Altbaus für das Internat und Tageszentrum für behinderte Menschen
April 2005 - Mitglied im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland
05.-11. 06. 2005 - Jahresfestwoche zum 110-jährigem Bestand, gemeinsam mit der Borghardtstiftung zu Stendal, die 130 Jahre alt ist und mit der wir seit 2004 kooperieren
2006-2007 - Bau und Bauabschluss des Biomasseheizkraftwerks
01.07.2007 - Umstrukturierung der Einrichtungsteile in gemeinnützige Gesellschaften mit beschränkter Haftung
21.6.2008 - Gründung der Bodelschwingh-Haus Wolmirstedt Stiftung
30.6.2009 - Der 1. Vorstand Diakon Arvid Schaub wechselt zum Diakonischen Werk Karlsruhe
1.7.2009 - Peter Hugo und Pastor Christian Geyer bilden den neuen Vorstand der Stiftung und des Vereins.
September 2009 - Eröffnung einer Kinderkrippe in Barleben